Intuitives Schreiben

Interview

1. Wie bist Du zum Intuitiven Schreiben gekommen?

Über mehrere „Kanäle“: Obwohl ich nie bewusst danach gesucht hatte, begegnete mir dieses Thema im Laufe der Jahre immer wieder. Um ehrlich zu sein, hatte ich in der Anfangszeit nie das Gefühl, eine besondere Begabung dafür zu haben. Ich zweifelte, ob das, was ich zu Papier brachte, tatsächlich zutreffend sein könnte? Als Kopfmensch fiel es mir anfangs nicht so leicht, mich darauf einzulassen. Inzwischen vertraue ich meiner Intuition und meiner Herzensweisheit wieder zu 100%. Ich folge meinem Bauchgefühl so oft, wie nur möglich.

Zum ersten Mal, ca. 2014/2015, begegnete mir das Intuitive Schreiben bei einer Heilpflanzenausbildung – völlig unerwartet. Eine Übung bestand darin, eine Pflanze besser kennenzulernen. Man sollte sich im Heilpflanzengarten zu einer Pflanze setzen, – bei mir war das die Wilde Möhre (Daucus carota) – einen Stift in die Hand nehmen, Kontakt mit der Pflanze aufnehmen (sie berühren, daran riechen, sie zeichnen usw.) und dann dazu spontan die Impulse aufschreiben, die sich zeigen.

Später– im Rahmen einer medialen Ausbildung – ging es unter anderem um die feinstoffliche Kommunikation mit Bäumen, seinem Krafttier und auch um Jenseitskontakte. Bei einem anderen Workshop stand die Tierkommunikation im Mittelpunkt. Ich schreibe in aller Regel mehrfach pro Woche – so sind in diesen 10 Jahren bis Ende 2025 über 2.700 Doppelseiten und 32 Hefte zusammengekommen, im Durchschnitt schreibe ich also 1-2 Seiten pro Tag. 

2. Was ist das Ziel dabei?

Das Intuitive Schreiben hat für mich viel mit dem Satz von Antoine de Saint-Exupéry aus seinem Buch „Der kleine Prinz“ zu tun: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Ausgangspunkt ist also nicht der Verstand, man denkt nicht nach, sondern lässt es einfach fließen. Das Schreiben auf diese intuitive Art und Weise fördert eine wahrhaftige, ehrliche und authentische Selbstbegegnung – alles darf da sein, alles ist willkommen, es gibt keine Begrenzungen, man schreibt völlig frei darauf los. Wichtig ist, ohne darüber nachzudenken zu schreiben, den Schreibfluss nicht zu unterbrechen und den Stift quasi permanent in Bewegung zu halten. 

Man stellt eine Frage, die einen gerade emotional bewegt, setzt den Stift an und schreibt einfach los. So kann das Herz „sprechen“. Durch den kontinuierlichen Schreibfluss ist der Verstand quasi ausgeschaltet. Man braucht Zeit und Ruhe. Nur wenn es im außen still und leise wird, kann man die Stimme seines Herzens überhaupt wahrnehmen. Auch das will regelmäßig geübt werden. Wer grundsätzlich gerne schreibt, findet in aller Regel recht schnell einen Zugang dazu. Das Schreiben kann die Verbindung zu uns selbst sowie zu unserer Herzensebene sehr gut stärken und vertiefen. Es geht auch darum, zu „hören“ was das Herz möchte, seiner Weisheit zu folgen, sich seiner Führung anzuvertrauen und so immer mehr wieder auf seinen ganz individuellen Herzensweg zu kommen. 

Ich schreibe über alles, was mich emotional bewegt. Es ist kein klassisches Tagebuch, sondern ich kommuniziere mit meiner Inneren Weisheit, meiner Herzensstimme, meiner Seele, meiner emotionalen Ebene, mit dem, was unbewusst in mir schlummert, meinem Unterbewusstsein – wie immer man dies auch nennen möchte. Inzwischen ist meine Erfahrung, dass es keine Begrenzungen gibt, alles ist beseelt, alles ist Energie und alles ist mit allem feinstofflich – durch ein unsichtbares, aber spürbares energetisches Band – verbunden. Mithilfe dieser Schreibmethode lassen sich z.B. unbewusste Glaubenssätze, Blockaden und ungesunde Muster aufspüren. Auch bekomme ich Hinweise zur tieferen Ursache von Alltagsproblemen, herausfordernden Situationen, gesundheitlichen Themen usw. Nur was im Bewusstsein ist, kann anschließend fühlend transformiert, aufgelöst und geheilt werden.  

Inzwischen erhalte ich auf diese Art und Weise, wenn ich darum bitte, auch Informationen und hilfreiche Botschaften der Seele einer anderen Person, von Organen, Krankheitssymptomen oder Emotionen. Damit kann man der tieferen Ursache – z.B. einer Krankheit – auf die Spur kommen.  Es ist auch möglich, mit verstorbenen Menschen oder Tieren zu kommunizieren. Ich nutze regelmäßig Geburts- oder Todestage meiner Lieben, um in Kontakt zu bleiben, zünde eine Kerze für sie an, suche im Garten eine schöne Blume an solchen Gedenktagen. Erscheinen mir Menschen in meinen Träumen, nutze ich ebenfalls die Gelegenheit für eine Kontaktaufnahme in dieser Form. Gerade Botschaften von Verstorbenen sind oft sehr heilsam und berührend. Man kann Dinge auch im Nachhinein noch klären, wenn sie unausgesprochen geblieben sind. Ich muss gestehen, früher hätte ich das alles für „Hokuspokus“ gehalten 😉. Inzwischen ist diese Ebene für mich zu einer ganz „normalen“ Realität geworden. Kinder haben oft noch einen guten Zugang zur feinstofflichen Welt – im Laufe der Zeit geht dieser jedoch immer mehr verloren, wenn man nicht regelmäßig übt. Jeder Mensch hat einen Zugang dazu – es gibt verschiedene Methoden. Mir gelingt er am besten über das Schreiben.
Ergänzend nutze ich – als ausgebildete Tarot-Beraterin – auch gerne die Aleister Crowley® Frida Harris Thoth Tarotkarten und die Begleitbücher von Gerd Bodhi Ziegler, dem bekanntesten Tarotlehrer und Buchautor Deutschlands bei diesem Thema. Bei ihm habe ich meine Ausbildung absolviert. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht so viel Übung beim Schreiben hat, können die Karten ebenfalls wichtige Hinweise zu einem aktuellen Thema geben. Ich bin immer wieder überrascht, wie gut die Beschreibungen der Karten passen.

3. Was erleben Deine Klientinnen und Klienten beim Schreiben bzw. bei Deinen Botschaften?

Das Schreiben schenkt sehr oft Klarheit, tiefe Erkenntnisse und zeigt unbewusste Themen, Ursachen, aber auch Lösungen und neue Wege auf. Die Lösung finden wir immer in uns selbst. Darüber kann es gelingen, ein Problem aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Das Wissen, dass der Tod nicht das Ende ist – zumindest nicht feinstofflich – hat mir selbst die Angst vor dem Tod genommen. Als Feedback bekomme ich oft folgende Worte: Dankbarkeit, Berührtheit, Klarheit, Freude, Erleichterung, Trost, Hoffnung.

4. Für wen eignet sich diese Form besonders und gibt es einen bestimmten Ablauf?

Der Ablauf ist ganz einfach: Man nimmt sich Zeit, sucht sich einen ruhigen Ort, nimmt den Stift in die Hand, stellt seine Frage und los geht´s.

Das Intuitive Schreiben eignet sich für alle, die…

  • gerne schreiben und bereit sind, bewusst nach innen zu lauschen

  • sich selbst aufrichtig, authentisch und ehrlich selbst begegnen möchten

  • mehr auf ihr Herz hören und ihm folgen wollen

  • mehr über sich selbst erfahren und lernen möchten

  • eine tiefe und emotionale Verbindung zu sich aufbauen wollen

  • ihre innere Weisheit kennenlernen möchten

  • bereit sind, sich für die feinstoffliche intuitive Welt „zwischen Himmel und Erde“ zu öffnen

  • wieder ihrem Bauchgefühl mehr Raum geben und ihm vertrauen wollen

  • sich in allen Lebensbereichen damit mehr Klarheit verschaffen möchten

  • sich intuitiv davon angesprochen fühlen

  • eine große Portion Neugier und auch etwas Mut mitbringen